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Leonard erzählt

Wer ich bin?

Hallo liebe Lesenden,

mein Name ist Leonard. Wie ihr bereits den Beiträgen auf Instagram und TikTok entnehmen konntet, bin ich ein Pinguin. Auch wenn ich auf den ersten Blick noch jung wirke, habe ich bereits einige Jahre auf dem Rücken, bin umhergereist und irgendwann bei meiner Archivarin gelandet.

Ich gehe gern auf Entdeckertour. Daher habe ich meiner Archivarin, so nenne ich sie liebevoll, auch wenn sie mich dafür manchmal genervt anschaut (denn sie macht ja gerade erst ihre Ausbildung zur Archivarin und ist offiziell noch keine) angeboten, ihr bei der Recherche zu ihrem Heimatort zu helfen.

Die Ersterwähnung von Immenrode ist nämlich ein Mysterium, müsst ihr wissen. Es gibt zwar einen Wikipedia-Eintrag zu dem Ort mit einem Hinweis auf eine urkundliche Erwähnung, doch diese stellte sich als Reinfall heraus. Sie bezieht sich auf das Immenrode bei Werther, nicht auf unser Immenrode.

Mich reizt dieses Thema besonders, denn es eröffnet mir eine völlig neue Welt. Ich bin zwar viel herumgekommen, habe mich bislang aber nie in ein Archiv gewagt. Ich stellte mir darunter stets ein verstaubtes Kämmerlein vor, in dem ein buckliger alter Mann mit grimmigem Blick und dicker Brille sitzt. Doch wisst ihr was? Meine Archivarin lachte laut, als ich ihr das erzählte. Sie meinte, ich solle dringend ein Archiv besuchen, um diese Gespenster aus meinem Kopf zu vertreiben.

So kam es, dass ich nun für sie auf Spurensuche gehe. Zugegeben, sie ist eine vielbeschäftigte Frau. Selbst wenn sie am Nachmittag Zeit hätte, würde anderes Wichtiges liegen bleiben. Also helfe ich ihr ein wenig.

Keine Sorge: Im nächsten Video schaut ihr mir über die Schulter beim Arbeiten, und hier könnt ihr dann auch nachlesen, wie wir auf einzelne Hinweise gestoßen sind. Die KI-Stimme war übrigens nur ein Experiment, das lasse ich künftig lieber sein.

Doch zurück zum Thema: die Ersterwähnung von Immenrode. Wie kamen wir eigentlich auf dieses Recherchethema? Ganz einfach: Bislang gibt es keine offizielle Information darüber, wie lange das Dorf schon existiert. Zu den anderen beiden Immenrodes gibt es hingegen reichlich belegte Informationen. Der Wikipedia-Eintrag zu unserem Immenrode ist lückenhaft, da keine konkrete Quelle genannt wird.

Wie wir herausgefunden haben, dass die vermeintliche Ersterwähnung nicht unser Immenrode betrifft? Das erkläre ich euch im nächsten Beitrag, bleibt also gespannt.

Heute habe ich noch eine kleine Ankündigung für euch: Recherchen brauchen Zeit. Auch Anfragen in Archiven benötigen ihre Bearbeitungsdauer. Daher wird es vorerst nur alle zwei Wochen einen Beitrag geben, manchmal auch in etwas größeren Abständen.

Dafür bekommt ihr aber einen ehrlichen Einblick in unsere Arbeit, die mich zunächst durch Bücher und digitale Quellen führte faszinierend, sage ich euch.

Später werden wir Heimatvereine besuchen, Archive durchstöbern und hoffentlich eine verschollene Chronik von Immenrode aufspüren. Wo sie sich derzeit befindet, wissen wir noch nicht, vielleicht ist dort aber auch ein Hinweis auf die gesuchte Ersterwähnung enthalten.

Langweilig wird es jedenfalls nicht. Falls ihr zusätzliche Ideen oder Hinweise habt: Immer her damit. Meine Archivarin sagt, unsere Spuren führen uns bald nach Sachsen-Anhalt, Hessen und natürlich durch viele Orte in Thüringen.

Für heute verabschiede ich mich. Bald melde ich mich mit dem ersten detailreichen Rechercheabschnitt zurück und wer weiß, vielleicht auch mit einem hübschen Bild einer echten Urkunde.

Euer Leonard

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Veranstaltungen

Rückblick auf die 28. AUdS-Tagung 2025 – Archivierung von Unterlagen aus digitalen Systemen

Die 28. Tagung des Arbeitskreises AUdS, die am 5. und 6. März 2025 im Staatsarchiv Chemnitz stattfand, bot den Teilnehmenden einen tiefen Einblick in die Herausforderungen und Entwicklungen rund um die Archivierung von digitalen Systemen. Besonders spannend waren die Vorträge zu den Themen Künstliche Intelligenz (KI) und die Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten in Archiven. Es wurde deutlich, dass KI bereits in vielen Archiven ein Thema ist und dass man die Technologien weiter ausbauen möchte, um Prozesse zu optimieren und Archivgut langfristig zu sichern.

Die Tagung war auf einem sehr wissenschaftlichen Niveau, was die Teilnahme für Einsteiger, die noch wenig Erfahrung mit dem Thema haben, herausfordernd machen kann. Wer sich jedoch tiefer in die Materie einlesen möchte, wird eine Fülle von Impulsen und spannenden Diskussionen vorfinden. Einige Themen, besonders im Bereich der KI, waren äußerst komplex und nicht sofort verdaulich, vor allem für diejenigen, die noch nicht so lange im Archivwesen tätig sind. Wer sich jedoch darauf einlässt, findet eine Veranstaltung, die nicht nur informativ, sondern auch bereichernd ist.

Die Tagung zeigte auf, was in der digitalen Archivierung bereits möglich ist und wo noch große Herausforderungen zu bewältigen sind. Für viele kleinere und mittlere Archive war die Veranstaltung möglicherweise überfordernd, da die meisten vorgestellten Lösungen und Technologien nicht sofort umsetzbar sind. Dennoch lohnt es sich, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen, besonders wenn man sich eine breitere Sicht auf die Archivierung von digitalen Systemen verschaffen möchte oder ein einfaches Einstiegsthema sucht.

Für die nächste Tagung gibt es bereits erste Hinweise: Die Veranstaltung wird 2026 in Prag stattfinden (18. und 19. März). Es wird erwartet, dass die Tagung in einem etwas anderen Format organisiert wird, eventuell mit einem Barcamp oder Live-Tests an einem Tool. Wer also über die neuesten Entwicklungen informiert bleiben möchte, sollte sich diese Veranstaltung nicht entgehen lassen.

Insgesamt war die AUdS-Tagung ein intensives Erlebnis, das viele interessante und zum Nachdenken anregende Themen präsentierte. Obwohl der wissenschaftliche Anspruch an die Teilnehmer hoch war, hat die Tagung definitiv viel Stoff zum Nacharbeiten geliefert und sich als wertvolle Quelle für alle Interessierten im Bereich der digitalen Archivierung erwiesen.

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Weiterbildung

Zwischen Archiv, Privatleben und Studium: Ein erster Rückblick auf die Fernweiterbildung in Potsdam

Seit November 2023 nehme ich an der Fernweiterbildung Archiv an der FH Potsdam teil. Nach sechs Präsenzphasen und über einem Jahr Studium ist es an der Zeit für einen Rückblick: Was habe ich erwartet, wie hat sich die Weiterbildung entwickelt, und für wen könnte sie interessant sein?

Die 6. Präsenzphase – Eindrücke aus Potsdam

Aktuell läuft die sechste Präsenzphase. Über Nacht sind es -10 °C in Potsdam, der Schnee liegt auf den Wegen, und wir stecken mitten in den Modulen Daten- und Projektmanagement, Bestandserhaltung und „Labor Zukunftstrends“. Letzteres ist besonders spannend: Wann hat man schon die Gelegenheit, sich mit Augmented Reality im Archivwesen oder Archivalien als 3D-Modelle zu beschäftigen? Falls ihr dazu mehr lesen wollt, schaut auf Hypothesis vorbei – dort habe ich unter folgendem Link einen Beitrag dazu verfasst.

Eine der größten Herausforderungen nach zwei Jahren Berufstätigkeit ist das Zuhören. Ich bin es nicht mehr gewohnt, stundenlang ruhig zu sitzen und Vorträgen zu folgen – besonders, wenn es um Themen geht, mit denen ich mich im oder privat bereits intensiv beschäftigt habe. Dennoch war das Modul Labor Zukunftstrends am Montag mein Highlight. Heute freue ich mich besonders auf die Besichtigung der Restaurierungswerkstätten der Fachhochschule im Rahmen des Moduls Bestandserhaltung.

Allgemeine Erfahrungen nach einem Jahr – Was hat sich bewahrheitet?

Zur Fernweiterbildung gibt es viele Meinungen und Gerüchte. Manche Kolleg:innen sprechen von chaotischer Organisation, langen Wartezeiten auf Zertifikate und teils eigenwilligen Dozenten. Andere raten dazu, sich einfach auf das Wesentliche zu konzentrieren und den Rest zu ignorieren.

Was hat sich für mich bewahrheitet – und was war anders als erwartet?

Einerseits gibt es überraschend interessante Module. Wer hätte gedacht, dass wir uns mit Archivalien als 3D-Modelle beschäftigen würden? Andererseits bleibt die organisatorische Seite eine Herausforderung. Anfangs wollte ich den Berichten darüber nicht so recht glauben, aber es lässt sich nicht leugnen: Die Abläufe sind oft chaotisch. Ein Beispiel? Im Dezember war für den zweiten Präsenztag nur eine einzige Stunde Nachmittagsunterricht angesetzt. Auf Nachfrage wurde sie auf 11 Uhr vorgezogen. Theoretisch hätte man diesen Block auch via Teams, Webex oder Zoom abhaten können allerdings war das für uns keine Option. Solche Momente sorgen für Unmut.

Auch die langen Wartezeiten auf Zertifikate sind Realität. Je nach Dozent kann das jedoch nachvollziehbar sein. Was die „seltsamen Dozenten“ angeht – nun, es gibt überall eigenwillige Persönlichkeiten. Ich persönlich würde dieses Gerücht nicht bestätigen.

Eine Herausforderung für private Teilnehmer:innen der Weiterbildung ist, dass viele Aufgaben stark auf Archive ausgerichtet sind. Oft wird verlangt, Bilder oder Hausarbeiten zu einem Archiv zu erstellen. Wer keinen Zugriff auf Archivbestände hat oder keine Genehmigung erhält, muss sich jedes Mal eine alternative Lösung überlegen. Es wäre wünschenswert, wenn es für solche Fälle von vornherein eine zweite Option gäbe – doch das ist leider nicht durchgängig der Fall.

Die Balance zwischen Arbeit, Privatleben und Weiterbildung

Da ich die Weiterbildung privat absolviere, hat mein Arbeitgeber damit kaum Berührungspunkte – abgesehen von der Organisation rund um Bildungsurlaub und Vertretung. Meine Arbeitszeit ist flexibel.

Das Privatleben könnte unter der Weiterbildung leiden, aber das hängt stark davon ab, wie gut man es organisiert. Für mich persönlich ist es kein Problem.

Austausch mit Dozenten und Mitstudierenden

Wer kennt sie nicht – die allgegenwärtige WhatsApp-Gruppe? Auch wir haben eine, und sie ist erfreulich aktiv. Der Austausch mit den Mitstudierenden ist spannend, da Kolleg:innen aus ganz Deutschland teilnehmen. Verschiedene Altersgruppen, Archivsparten und Erfahrungslevel treffen hier aufeinander. Allein dafür lohnt sich die Fernweiterbildung.

Die Kommunikation mit den Dozenten erfolgt über Moodle, per Mail oder – theoretisch – telefonisch. In der Praxis erreicht man einige Dozenten problemlos, während andere eher schwer greifbar sind. Das liegt oft daran, dass viele hauptberuflich in Archiven arbeiten und das Dozieren nebenbei machen.

Fazit: Lohnt sich die Fernweiterbildung?

Wer weiß, was er will, und das nötige Kleingeld hat, kann diese Weiterbildung durchaus durchziehen – auch wenn man dabei gelegentlich die chaotischen Abläufe ignorieren muss. Die Bearbeitungszeiten für Hausarbeiten sind gut machbar, und es gibt immer wieder spannende Module und Dozent:innen. Besonders der Austausch mit den Mitstudierenden macht die Weiterbildung wertvoll.

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NewsausArchiven

Warum diese Webseite?

Hallo und herzlich willkommen auf meiner neuen Webseite! Ich möchte diesen ersten Beitrag nutzen, um euch zu erzählen, warum ich diese Plattform ins Leben gerufen habe und was euch hier erwartet.

Wie alles begann
Die Idee zu dieser Webseite kam mir, weil ich oft gemerkt habe, wie schwer es sein kann, relevante Informationen für das Archivwesen an einer zentralen Stelle zu finden. Veranstaltungen, Neuigkeiten, hilfreiche Materialien – all das ist oft über verschiedene Quellen verteilt. Da habe ich mir gedacht: Warum nicht eine Seite erstellen, die genau diese Inhalte bündelt?

Was euch hier erwartet
Diese Webseite ist mein persönliches Projekt, das ich nach und nach weiterentwickeln möchte. Ihr findet hier einen Veranstaltungskalender, der euch über wichtige Termine informiert, sowohl in Thüringen als auch deutschlandweit. Außerdem werde ich in meinem Blog Einblicke und aktuelle Themen aus der Archivwelt teilen, die ich spannend und hilfreich finde.

Warum ich das mache
Ich arbeite selbst im Archivwesen und weiß, wie wichtig der Austausch und die Vernetzung sind. Mit dieser Webseite möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Arbeit in unserem Bereich ein bisschen einfacher und übersichtlicher zu machen. Es geht mir dabei nicht um Perfektion, sondern darum, etwas Praktisches zu schaffen, das von uns allen genutzt werden kann.

Ein Gemeinschaftsprojekt
Natürlich freue ich mich auch über eure Unterstützung! Diese Webseite lebt davon, dass wir alle gemeinsam daran arbeiten, sie zu einer wertvollen Ressource für das Archivwesen zu machen. Wenn ihr Ideen, Anregungen oder Veranstaltungstipps habt, lasst es mich gerne wissen!

Ich bin gespannt, wie sich das Ganze entwickelt, und hoffe, euch gefällt, was ihr hier findet.

Schaut euch gerne um und gebt mir Feedback, wenn ihr möchtet!

Viele Grüße.

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